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Die drei Lernorte – die Säulen der Berufsbildung

Veröffentlicht am 14.10.2022
Die drei Lernorte – die Säulen der Berufsbildung
Die meisten Jugendlichen absolvieren in Graubünden nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre. Die berufliche Grundbildung bildet das Fundament der Schweizerischen Berufsbildung. In der Schweiz hat sie eine lange Tradition und bildet das Rückgrat der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz. Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Berufsbildung sind die drei Lernorte: der Ausbildungsbetrieb, die überbetrieblichen Kurse und die Berufsfachschule.

von Sonja Gartmann, Fachmitarbeiterin Kommunikation beim Bündner Gewerbeverband

Die Berufsbildung ist stets im Wandel. Die berufliche Grundbildung wird in den aktuell 180 EFZ-Berufen (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) laufend angepasst und es entstehen auch immer wieder neue Berufe. Für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung sind die jeweiligen Branchenorganisationen zuständig. Die Verantwortlichen an den drei Lernorten sind daher laufend gefordert, diese Entwicklungen miteinander abzusprechen. Denn eine gute Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den drei Lernorten tragen wesentlich zur Qualität der jeweiligen Berufslehre bei.

Der Ausbildungsbetrieb im Zentrum

Die meiste Zeit der beruflichen Grundbildung verbringen die Lernenden im Lehrbetrieb. Dort lernen sie alle Tätigkeiten des Berufs in der Praxis kennen. Die Lernenden sind im Lehrbetrieb angestellt und dieser trägt entsprechend die Verantwortung als Arbeitgeber. Es können sich auch mehrere Lehrbetriebe zu einem Lehrbetriebsverbund zusammenschliessen und gemeinsam eine Lehrstelle für die berufliche Praxis anbieten. Im Betrieb ist die Ausbildnerin oder der Ausbildner für die lernende Person zuständig. Im Arbeitsalltag sind vielfach unterschiedliche Mitarbeitende eines Betriebs in der Ausbildung der Lernenden involviert. Die Ausbildnerinnen und Ausbildner sind dafür zuständig, dass die Lernenden die im Beruf definierten Lernziele erreichen. Neben den praktischen Tätigkeiten lernen sie auch den Betriebs-, Berufs- und Arbeitsalltag sowie die Zusammenarbeit im Team kennen.

Überbetriebliche Kurse als praktischer Übungsort

In den überbetrieblichen Kurszentren wird den Lernenden der Erwerb grundlegender praktischer Fertigkeiten vermittelt. Die Kurse werden von den berufsspezifischen Berufsbildnern durchgeführt, welche eine entsprechende Ausbildung haben müssen. Die zu vermittelnden Lerninhalte sind im Bildungsplan des jeweiligen Berufs aufgeführt. Die Leistungen der Lernenden werden in Form von Kompetenznachweisen benotet. Der Besuch der überbetrieblichen Kurse ist für die Lernenden obligatorisch. In der Regel organisieren die Berufsverbände die überbetrieblichen Kurse. Die Ausgestaltung und Anzahl der überbetrieblichen Kurse sind je nach Beruf unterschiedlich. Die Berufsfachschule In der Berufsfachschule werden der berufskundliche und der allgemeinbildende Unterricht mit Praxisbezug vermittelt. Ziel ist, das Gelernte im Betrieb mit theoretischem Wissen zu ergänzen. Ebenfalls ist der Sportunterricht gemäss Bundesgesetz vorgegeben. Daneben bieten viele Berufsfachschulen auch freiwillige Stützkurse oder Freikurse an. Die Anzahl Lektionen und die Fächer sind im Bildungsplan des jeweiligen Berufs vorgegeben. Die entsprechenden Lehrmittel werden je nach Beruf von der Branche selber, von den Fachkundelehrpersonen oder innerhalb der Schule erarbeitet. 
Die berufliche Grundbildung bildet Jugendliche zu Profis aus, die in allen Bereichen der Wirtschaft gefragt sind – aufgrund des Fachkräftemangels mehr denn je. Mit der praktischen Ausbildung entwickeln die Lernenden früh die unterschiedlichsten Kompetenzen, die im Berufsalltag gefragt sind. Sie verbinden Praxis und Theorie, arbeiten selbständig sowie auch im Team und verdienen während der Lehre bereits einen Lohn, der ihnen zu mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit verhilft. Zudem stehen nach der beruflichen Grundbildung viele Wege auf ihrem beruflichen Weg offen. 

Fachtagung Berufsbildung «Die drei Lernorte»
Der Bündner Gewerbeverband (BGV) organisiert am Mittwoch, 16. November, die Fachtagung Berufsbildung zum Thema «Die drei Lernorte». Mit dieser Veranstaltung sollen der Austausch, die Koordination und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Berufsbildung gestärkt werden. 
Die Tagung informiert über wichtige verbundpartnerschaftliche Themen, erörtert Fragestellungen aus fachlicher Sicht, präsentiert konkrete Beispiele aus der Praxis und gibt einen Ausblick zur künftigen Entwicklung. Eröffnet wird der Anlass durch Regierungsrat Dr. Jon Domenic Parolini. 
Die Fachtagung richtet sich an die Verbundspartner der Berufsbildung (Branchenverbände, Berufsfachschulen, Kanton) wie auch an üK-Leitende, Ausbildende, Oberstufenlehrpersonen und weitere interessierte Personen.
Die Fachtagung Berufsbildung findet am Mittwoch, 16. November, von 13.30-18.00 Uhr, in der Aula der ibW Höhere Fachschule  Südostschweiz in Chur statt. Infos und Anmeldung unter 
www.kgv-gr.ch/fachtagung.

www.kgv-gr.ch 

Bild: zVg