Aktives Onlinelernen – erfolgreich und spannend

Zum Thema erfolgreiches Onlinelernen gibt es unzählige Beratungsangebote, die aus der Psychologie, Sozial- und Neurowissenschaft stammen. Sich hier eine Übersicht zu verschaffen, ist eine Herausforderung. Oft ist zudem die Wissenschaftlichkeit der Texte umstritten. Nachfolgend zwei unbestrittene, erste Ausfahrten aus diesem Meinungsozean.
Veröffentlicht am 16.02.2021 von Südostschweizjobs.ch
Lernen zu lernen im Onlinezeitalter: Mit eigenen Lernerfahrungen das Lernverhalten prägen und optimieren.
Zum Thema erfolgreiches Onlinelernen gibt es unzählige Beratungsangebote, die aus der Psychologie, Sozial- und Neurowissenschaft stammen. Sich hier eine Übersicht zu verschaffen, ist eine Herausforderung. Oft ist zudem die Wissenschaftlichkeit der Texte umstritten. Nachfolgend zwei unbestrittene, erste Ausfahrten aus diesem Meinungsozean.

von Andy Hediger, Leiter der MediaFactory an der Fernfachhochschule Schweiz. In dieser Funktion ist er als E-Learning-Experte, Konzepter und Berater tätig.

Aktive Vorbereitung ist das halbe Onlinelernen, das betrifft nicht nur die inhaltliche Seite. Es heisst auch, die Arbeitsfähigkeit für die Onlinekommunikation sicherzustellen und bei Bedarf zu verbessern. Funktionierende Kopfhörer und Kamera sowie eine ruhige Arbeitskoje kombinieren sich zum wirkungsvollen Dreimaster der Onlinekommunikation. 
Bildungsinstitutionen geben zudem Empfehlungen zu Hardware, Software und Internetbandbreite ab. Es lohnt sich, diese zu befolgen. Ebenso hilfreich ist es, beim Gegenüber nachzufragen, ob die eigene Stimme verständlich ist und Bilder sichtbar sind. Dies kann zu überraschenden Einsichten führen. 
Um die Onlinearbeitsfähigkeit zu garantieren, sollen die Beteiligten an den Testphasen vor der eigentlichen Veranstaltung teilnehmen und die wichtigsten Einstellungen überprüfen. Es hilft allen, wenn Veranstaltungen ohne Könnt-ihr-mich-hören und Wir-können-nichts-sehen sowie ohne Audiorückkoppelung das Ziel erreichen. All dies gehört neben Respekt und Höflichkeit zur Netiquette mit dem Kernsatz: Auf der anderen Seite sind auch Menschen, handle danach. 

Den Lernprozess aktiv navigieren

Ein zweiter Schritt betrifft die Lernfähigkeit in den neuen Onlineszenarien und -abläufen. Im Rahmen der angesprochenen Meinungsvielfalt gibt es einen Konsens: Aktives Lernen und eine konsequent aktive Lernhaltung sind erfolgreicher und spannender als die Verantwortung abzugeben, die Kamera abzustellen und auf eine kontinuierliche Berieselung zu vertrauen. 
Ein Einstiegspunkt, um diese Botschaft auszuloten, ist der erfolgreiche und beliebte Onlinekurs: «Learning How to Learn» (www.coursera.org/learn/learning-how-to-learn). Allerdings ist die eigene Lernbiografie stets die Voraussetzung der Optimierungsprozesse: Verinnerlichte Lernerfahrungen prägen das Lernverhalten. Dieser Erfahrungsschatz ist ein kraftvoller innerer Tanker (mit grosser Masse und behäbigem Kurs), welcher nicht versenkt werden soll. Deshalb der Rat, von einer sicheren Navigation auszugehen und zu testen, welche kleinen Variationen das eigene Lernen optimieren können: Was bereits funktioniert ausbauen und was nicht funktioniert in kleinen Schritten ändern. Mit dem inneren Bild, selbst am Lernsteuerrad zu drehen und als Lernnavigator den Austausch mit anderen über neue Erfahrungen zu suchen, wird Lernen und Onlinelernen spannend und erfolgreich.

Bild: zVg