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Wenn der Wind der Veränderung weht

Die touristische Unternehmensentwicklung wird in Zukunft verstärkt durch Kundenbedürfnisse geprägt sein. Überzeugen werden innovative Unternehmerinnen und Unternehmer, denen es gelingt, mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen die Bedürfnisse ihrer Kundschaft auf neue Art und Weise zu befriedigen.
Veröffentlicht am 30.06.2020 von Südostschweizjobs.ch
Die Krise als Chance, die auch Aussichten bietet: Eine gezielte Fokussierung auf neue Bedürfnisse der Kunden ist nicht nur im Tourismus notwendig.
Die touristische Unternehmensentwicklung wird in Zukunft verstärkt durch Kundenbedürfnisse geprägt sein. Überzeugen werden innovative Unternehmerinnen und Unternehmer, denen es gelingt, mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen die Bedürfnisse ihrer Kundschaft auf neue Art und Weise zu befriedigen.

von Dominik Knaus, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent mit Fokus Service Design & Service Innovation am Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) an der Fachhochschule Graubünden

Der weltweite Ausbruch von Covid-19 bestimmt zweifellos den neuen Alltag und ist auch weiterhin allgegenwärtig. Offizielle Stellen überwachen die aktuelle Entwicklung, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachten die wirtschaftliche Entwicklung und Unternehmen stehen vor grossen Herausforderungen: einerseits, um das Fortbestehen zu sichern und andererseits, um das tägliche Geschäft und den Schutz der Mitarbeitenden in Einklang zu bringen. 

Ressourcen optimal nutzen

Krisen, wenn auch geprägt von tragischen Einzelschicksalen, bieten stets auch Gelegenheit, Bewährtes zu hinterfragen. So werden Umgehungslösungen erarbeitet, um aus den einschneidenden Restriktionen das Bestmögliche zu machen. Das entstehende Chaos, ausgelöst durch die aktuelle Krise, kann nach vorherrschender Meinung auch Veränderungen zum Besseren bewirken. 
In der heute vorherrschenden Situation wird bewiesen, dass die Schweizer Tourismusbranche die bestehenden Ressourcen optimal nutzt und sich innovativ mit den derzeitigen Gegebenheiten arrangiert.

Paradigmenwechsel in der Branche

Nach Jahren des regelmässigen Anknüpfens an vergangene Zeiten und des wiederholten Erreichens von Rekorden wird der Tourismus nun durch die anhaltende Krise hart auf die Probe gestellt. Die besonders gebeutelte Branche steht nebst den oben genannten Herausforderungen zusätzlich vor der Ungewissheit der mittel- und langfristigen Entwicklung des Vertrauens der Gäste in das Reisen. 
Viele Unternehmen entwickeln daher Umgehungslösungen und zielen darauf ab, Angebote konkret auf die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden zu entwickeln. Beispiele aus der Tourismusbranche zeigen, wie aufgrund der aktuellen Situation bisher ungedachte Angebote entstehen. Viele der neuen Angebote haben eines gemeinsam: Sie erfüllen Kundenbedürfnisse, die aus der aktuellen Situation entstanden sind. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass in der näheren Zukunft zahlreiche touristische «Covid-19-Innovationen» hervorkommen werden. Dies wird möglich sein, wenn der unternehmerische Fokus gezielt nachfrage- und nicht angebotsseitig gesetzt wird.
Mit der verstärkten Fokussierung auf neue Gästebedürfnisse geht ein Paradigmenwechsel einher. Dieser birgt die Chance, das Chaos als wertvollen Auslöser für Wachstum und Weiterentwicklung zu betrachten. Das Potenzial für Neues ist so gross wie nie. Einem chinesischen Sprichwort folgend sollen, wenn der Wind der Veränderung weht, nicht Mauern, sondern Windmühlen gebaut werden. 

Bild: Alexandra Koch / Pixabay