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Massnahmen, um auch in Krisenzeiten einen Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten

Die Coronakrise als Auslöser, um betriebliche Prozesse zu überdenken und neue Systeme einzuführen. Auch Unternehmungen des Gesundheitswesens und ihre Krisenstäbe haben diese Erfahrungen gemacht. Vieles, was vorher undenkbar war, konnte innert Kürze umgesetzt werden – auch bei den Psychiatrischen Diensten des Kantons Graubünden
Veröffentlicht am 16.07.2020 von Südostschweizjobs.ch
Dank besonderen Massnahmen die Betreuung von kranken Menschen gewährleisten
Die Coronakrise als Auslöser, um betriebliche Prozesse zu überdenken und neue Systeme einzuführen. Auch Unternehmungen des Gesundheitswesens und ihre Krisenstäbe haben diese Erfahrungen gemacht. Vieles, was vorher undenkbar war, konnte innert Kürze umgesetzt werden – auch bei den Psychiatrischen Diensten des Kantons Graubünden

Eduard Felber ist Pflegedirektor der Psychiatrischen Dienste Graubünden PDGR und Mitglied der Geschäftsleitung

Die Coronakrise hat es bewiesen: Viele Arbeiten lassen sich ebenso produktiv im Homeoffice lösen wie vor Ort im Büro. Erstaunlich schnell haben Unternehmungen und Betriebe auf die krisenbedingten Herausforderungen durch Corona reagiert und Systeme und Tools eingeführt, um Homeoffice für ihre Mitarbeitenden zu ermöglichen. Die ersten Erfahrungen zeigen: Gute Lösungen sind möglich und was vor Corona kaum denkbar war und längere Test- und Einführungsprozesse erfordert hätte, wurde während der Pandemiezeit flexibel und der Not gehorchend umgesetzt.

Schutz von Personal und Patient

Aber nicht in alle Branchen und Bereichen der Wirtschaft war es möglich, komplett auf Heimarbeit umzustellen. Zu diesen Bereichen gehören Tätigkeiten, die einen persönlichen Kontakt zwischen Menschen unabdingbar machen – beispielsweise im Gesundheitswesen. 
Schon früh im Februar, als sich erste Tendenzen zur weiteren Entwicklung der Krankheit abzeichneten, waren die Kliniken und ihre Krisenstäbe gefragt, alle möglichen Eventualitäten des Pandemieverlaufs durchzudenken. In der Folge mussten Vorkehrungen getroffen werden, um sowohl das Personal wie auch die Patienten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen – und damit den Betrieb aufrechterhalten zu können. 

Personalressourcen erfassen

In einem ersten Schritt mussten darum alle Mitarbeitenden befragt werden, wer allenfalls bereit wäre, Mehrarbeit zu leisten. Gleichzeitig wurden ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontaktiert, um deren Ressourcen für allfällige Einsätze abschätzen zu können. 
In einem weiteren Schritt galt es, die Risikomitarbeitenden zu erfassen und sie vor einer Ansteckung zu schützen. Falls Personalmitglieder Erkältungs- oder andere Krankheitssymptome zeigten, mussten sie umgehend in Quarantäne. Übergeordnetes Ziel: Die Mitarbeitenden im ganzen Unternehmen müssen fit bleiben, um motiviert und engagiert weiterarbeiten zu können. Bei der Einsatzplanung mussten ebenso Ferientage und genügend Ruhezeit berücksichtigt werden. Besondere Vorsicht war bei Besuchen in Risikoländern geboten. Der Empfehlung, die Swiss Covid App zu nutzen, sind viele Mitarbeitende gefolgt.

Ansteckungen dringend vermeiden

Weiter war es eine Aufgabe des Krisenstabs, die räumlichen Verhältnisse zu klären. Das hiess, die Quadratmeter der verschiedenen Räume im Haus zu erfassen und zu definieren, wie viele Menschen sich wo aufhalten dürfen. 
Ein wichtiger Punkt auch die Einrichtung von Isolationsstationen für den Fall, dass es zu Ansteckungen kommen sollte. Patienten, die Covid-19-Symptome zeigten, wurden sofort in Quarantäne gesetzt und auf der Isolationsstation weiterbehandelt. 
Sehr schnell war zudem klar, dass alle Anlässe bis vorerst Ende September abgesagt und ein strenges Besucherregime eingeführt werden mussten. 

Schulen, Informieren, straffe Führung

Um Ansteckungen durch Covid-19 zu vermeiden und die vorgegebenen Ziele zu erreichen, mussten entsprechende Schulungen und Kurse organisiert werden. Damit alle Hygienemassnahmen (Maskenpflicht u. a.), Abstandsregeln und andere Vorgaben der Behörden eingehalten werden konnten, brauchte es eine straffe Führung. 
Als wichtige Hilfestellung, um allfällige Unklarheiten und Unsicherheiten zu beseitigen, hat die Klinik eine interne Hotline eingerichtet, die rege genutzt wurde. Zusätzlich unterstützten interne Hygienebeauftragte die Hotline-Mitarbeitenden bei fachlichen Fragen.

Corona als Auslöser für Neues

In einer ersten Zwischenbilanz kann festgehalten werden: Die Coronakrise hat das Wirgefühl der Belegschaft gestärkt, allgemeine Prozesse wurden überarbeitet und optimiert, aber auch neue Systeme wie die Telemedizin hat innerhalb kurzer Zeit Eingang ins Tagesgeschäft gefunden. Vieles, was vorher «unmöglich» war, ist erst durch Covid möglich geworden.

Bild: zVg