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Ist erfolgreiche Führung nur Glückssache?

Wie weit ist die Kompetenz, Menschen zu führen, angeboren? Oder kann man Leadership lernen? Immer mehr Unternehmen legen ein Augenmerk darauf, die Führungskompetenzen ihrer Kader mit speziellen Programmen zu fördern. Zur Sprache kommen dabei Themen, welche für Mitarbeitende besonders wichtig sind. Der «Collective Leadership» kommt dabei eine grosse Bedeutung zu.
Veröffentlicht am 23.11.2021 von Südostschweizjobs.ch
Mitarbeitende gut führen als Schlüssel für den Unternehmenserfolg.
Wie weit ist die Kompetenz, Menschen zu führen, angeboren? Oder kann man Leadership lernen? Immer mehr Unternehmen legen ein Augenmerk darauf, die Führungskompetenzen ihrer Kader mit speziellen Programmen zu fördern. Zur Sprache kommen dabei Themen, welche für Mitarbeitende besonders wichtig sind. Der «Collective Leadership» kommt dabei eine grosse Bedeutung zu.

von Claudio Cottiati, Bereichsleiter Einsatzprogramme beim Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit 

Manche Führungsleute behaupten, die Kunst, Menschen erfolgreich zu führen, hätten sie im Militär gelernt. Andere behaupten, dies bei den Pfadfindern gelernt zu haben, und wieder andere meinen, das sei schlicht angeboren. Führungsfähigkeiten sind jedoch nur selten angeboren, aber man kann sie erlernen. Selbstverständlich hilft eine gewisse Begabung, wie bei allen Fähigkeiten, die man lernen kann. 

Die Führungskompetenzen stärken

Unternehmen, die auf fähige Kadermitarbeitende angewiesen sind, verschwenden in der Regel keine Zeit damit, herauszufinden, woher diese Kunst kommt. Die Kunst respektive die Fähigkeit der Mitarbeiterführung sollte jedoch intensiv abgeklärt werden. Es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass alle Personen mit Hochschulabschluss, die für eine Führungsposition vorgesehen sind, auch befähigt sind, Mitarbeitende gut zu führen. 
Bei diversen Unternehmen ist es je länger je mehr Pflicht, spezielle Leadership-Developmentprogramme anzubieten. Diese zielen darauf ab, die zukünftigen Führungskompetenzen ihrer Kadermitarbeitenden in intensiven Weiterbildungsmodulen zu stärken und zu entwickeln. Dies sollte aber nicht nur an jährlichen Tageskursen angeboten werden. Neben allgemeinen zielführenden Führungstechniken werden dabei auch Themen zur Sprache gebracht, welche bei Mitarbeiterbefragungen regelmässig auftauchen. So zum Beispiel der geringe Frauenanteil in Führungspositionen, eine gesunde Work-Life-Balance, ethische Ausrichtung eines Unternehmens und der Umgang mit der persönlichen Integrität sowie allgemeine Gefährdung durch Korruption.

Vertrauen ist besser als Kontrolle

Schlechte Kommunikation seitens der Führungsperson ist ein grosses Ärgernis und eines der häufigsten Kündigungsgründe von Mitarbeitenden. Ein guter Leader sollte seine Mitarbeitenden menschlich, respektvoll und wertschätzend ansprechen und durch eine offene, transparente Kommunikation integrieren und motivieren. Eine gute Kommunikation muss klar und zielführend sein, wichtig dabei ist die regelmässige Ansprechbarkeit – dies verhindert Fehler und Mehrarbeit. Vertrauen statt Kontrolle heisst ein weiteres Erfolgsrezept. Ständige Kontrolle setzt Mitarbeitende unnötig unter Druck und ist im heutigen Leadership nicht mehr angebracht. Mitarbeitende in ihren fachlichen, methodischen und persönlichen Kompetenzen zu unterstützen, steigert deren Motivation und die allgemeine Zufriedenheit. Zudem wird damit die Identifikation mit dem Unternehmen gestärkt.

Erfolgsfaktor offene Kommunikation

Die Kommunikation im Team muss durch Wertschätzung und Respekt geprägt sein. Für Führungskräfte heisst das: Kontakte zu Mitarbeitenden stärken, Vertrauen zeigen, menschlich fair bleiben, positive Feedbacks geben und nicht nachtragend sein. Natürlich braucht es eine offene Fehlerkultur, aber anstatt zu bestrafen, ist es zielführender, gemeinsam nach der Fehlerquelle zu suchen. Wunde Punkte müssen dabei diskutiert werden, dazu braucht es aber einen Vorgesetzten, der einfühlsam ist und schnell auf die möglichen Probleme empathisch eingehen kann.

«Collective Leadership» als Schlüssel

Führungskräfte müssen eine übergeordnete Identität erarbeiten, denen sich die einzelnen Mitarbeitenden anschliessen wollen und auch können. Dies gelingt aber nur, indem definiert wird, was denn das Team verbindet. 
So macht man Ziele, Mission und Verständnis zu Gemeinsamkeiten, welche in der Team-Kommunikation fest verankert sind. Daran können alle partizipieren – respektive alle können davon profitieren. Diese Form nennt sich «Collective Leadership» und ist ein spannender und sehr zukunftsweisender Weg für die moderne Zusammenarbeit in Teams.

Bild: 123rf