Seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt erhöhen!

In der Schweiz anerkannte Berufsabschlüsse haben auf dem Arbeitsmarkt einen hohen Stellenwert. Ohne anerkannten Ausweis ist es oft schwieriger, eine Stelle zu finden. Spezielle Verfahren ermöglichen es, als erwachsene Person einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben oder ein ausländisches Diplom anerkennen zu lassen
Veröffentlicht am 20.05.2020 von Südostschweizjobs.ch
Seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt erhöhen!
In der Schweiz anerkannte Berufsabschlüsse haben auf dem Arbeitsmarkt einen hohen Stellenwert. Ohne anerkannten Ausweis ist es oft schwieriger, eine Stelle zu finden. Spezielle Verfahren ermöglichen es, als erwachsene Person einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben oder ein ausländisches Diplom anerkennen zu lassen

von Regula Luginbühl, Redaktorin und Projektleiterin beim Schweizerischen Dienstleistungszentrum Berufsbildung | Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBB

Dank unseres Berufsbildungssystems haben Berufstätige mit einem eidgenössisch anerkannten Berufsabschluss die Möglichkeit, ihre berufliche Laufbahn zu gestalten und im Arbeitsmarkt zu reüssieren. 
Für Personen ohne solche Abschlüsse stehen die Chancen deutlich schlechter. Aber es gibt Möglichkeiten, berufliche Kompetenzen anerkennen zu lassen und damit seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Berufsabschluss für Erwachsene

Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass auch erwachsene Personen ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) erwerben können. Hat jemand keine Vorbildung oder langjährige Praxiserfahrung auf seinem Gebiet, kann diese Person eine reguläre Berufslehre absolvieren. Bedingung dafür ist ein Lehrvertrag und die Bereitschaft, zwei bis vier Jahre (je nach gewähltem Beruf) mit einem kleinen Lohn auszukommen. 
Hat ein Erwerbstätiger einen Abschluss in einem anderen Beruf oder anderweitig notwendige Kompetenzen erworben, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden. 
Ist eine Person mindestens fünf Jahre im Arbeitsleben tätig und hat davon zwei bis vier Jahre praktische Erfahrung im angestrebten Beruf gesammelt, dann muss sie keine Berufslehre mehr durchlaufen, sondern kann direkt zur Abschlussprüfung antreten. Es empfiehlt sich, sich gut darauf vorzubereiten, zum Beispiel mit einem spezifischen Kurs oder im Selbststudium mit den empfohlenen Lehrmitteln. Sind hingegen bereits viele im angestrebten Beruf erforderliche Kompetenzen vorhanden, können diese in einem Portfolio belegt und von Experten validiert werden.
Die kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungsstellen unterstützen Interessierte bei der Wahl des richtigen Weges zum eidgenössischen Berufsabschluss. Die Adressen sind zu finden auf der Website www.berufsberatung.ch/validierung >Berufsabschluss für Erwachsene>Eingangsportale der Kantone.

Anerkennung ausländischer Diplome

Kommt jemand aus einem anderen Land und möchte in der Schweiz seinen Beruf ausüben, besteht die Möglichkeit, das ausländische Diplom in der Schweiz anerkennen zu lassen. Je nach Berufstätigkeit, die hierzulande ausgeübt werden soll, ist eine Anerkennung zwingend nötig oder es wird eine Niveaubestätigung empfohlen (Einstufung des Diploms im schweizerischen Berufsbildungssystem).
Hat der Arbeitswillige ein ausländisches Diplom in einem nicht-reglementierten Beruf wie beispielsweise Coiffeur, Automechanikerin, Koch oder Kaufmann, empfiehlt es sich, eine Niveaubestätigung zu beantragen. Mit dieser kann zukünftigen Arbeitgebern – oder auch bei selbstständiger Tätigkeit – der Kundschaft der Wert des Diploms im Vergleich zu einem schweizerischen Abschluss belegt werden. 
Wer hingegen in einem reglementierten Beruf tätig sein möchte, muss dafür zwingend eine Anerkennung seines Diploms beantragen. Zu den reglementierten Berufen gehören zum Beispiel Sozialarbeiter, Ärztin, Pflegefachperson, Anwalt oder Lehrerin. 
Niveaubestätigungen stellt das Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) aus. Für das Anerkennungsverfahren sind je nach Diplom und Beruf unterschiedliche Institutionen zuständig. Weitere Informationen sind auf der Website des SBFI zu finden: siehe www.sbfi.admin.ch/diploma .

Bild: Gerd Altmann / Pixabay