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Grit: Die neue Formel zum Erfolg – mit Begeisterung und Ausdauer ans Ziel

Erfolgreich sind nicht nur Naturtalente oder Menschen mit einer hohen Intelligenz. Vielmehr ist Erfolg ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Leidenschaft, Ausdauer und Entschlossenheit sind dabei ebenso wichtige Eigenschaften, um persönliche Erfolg zu feiern. Vor allem wichtig: sich nicht entmutigen lassen. 
Veröffentlicht am 07.12.2020 von Südostschweizjobs.ch
Um auf der Erfolgsleiter voranzukommen, braucht es mehr als Talent und Intelligenz
Erfolgreich sind nicht nur Naturtalente oder Menschen mit einer hohen Intelligenz. Vielmehr ist Erfolg ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Leidenschaft, Ausdauer und Entschlossenheit sind dabei ebenso wichtige Eigenschaften, um persönliche Erfolg zu feiern. Vor allem wichtig: sich nicht entmutigen lassen. 

von Thomas Stecher, dipl. Berufs- und Laufbahnberater in Chur

Erfolg ist in unserer Gesellschaft heute wichtiger denn je. Jeder will erfolgreich sein – von einigen Aussteigern abgesehen. Die amerikanische Psychologin Angela Duckworth hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und präsentiert, was erfolgreiche Menschen gemeinsam haben.
Erfolgsentscheidend sind demnach nicht etwa aussergewöhnliche Intelligenz oder Naturtalent, sondern vielmehr eine Kombination aus Leidenschaft und Ausdauer, die sie Grit nennt. Duckworth erklärt auch, wie man an sich selbst arbeiten kann, um diese Erfolgseigenschaften zu stärken. 

Der Mythos vom Naturtalent

Aussergewöhnlicher Erfolg wird gern mit angeborenem Talent erklärt. Doch wenn das der entscheidende Faktor wäre, wie kommt es dann, dass ehemals gute Schüler plötzlich schlechter werden und ehemals schlechte Schüler zu wahren Strebern mutieren? Talent allein erklärt dieses Phänomen nicht ausreichend. Es muss noch andere Erfolgsfaktoren geben. Sich also nur auf die natürlich Begabung zu versteifen wäre falsch und andere Erfolgsfaktoren würden aus den Augen verloren gehen. Harte Arbeit zum Beispiel. So behauptet beispielsweise der Schauspieler Will Smith von sich, nicht besonders talentiert zu sein, aber dafür eine «geradezu grässliche Arbeitsmoral» an den Tag zu legen. Doch das will niemand hören. Es ist viel verlockender, grosse Erfolge durch den wenig greif- und beeinflussbaren Begriff «Talent» zu erklären. Denn damit ist man aus dem Schneider: Der eine hat eben Talent, der andere nicht. Man kann nichts dafür oder dagegen tun. Vorgefundene Umstände sind ausschlaggebend für den Erfolg. Das ist für die meisten Menschen sehr bequem. Ausserdem verkauft sich die Geschichte vom geborenen Naturtalent viel besser als die profane Variante, dass hinter dem grossen Erfolg schlichtweg harte Arbeit steckt. 

Die Lösung heisst Grit

Wenn man sich damit nicht zufriedengeben und sein Leben in die eigene Hand nehmen will, beobachte man Menschen, die erfolgreich sind. Dabei fällt wahrscheinlich auf, dass die meisten von ihnen ein sehr klares Ziel vor Augen haben. Sie wissen genau, worauf sie hinarbeiten – und das tun sie mit überdurchschnittlich grossem Arbeitseifer. Von Rückschlägen lassen sie sich nicht aufhalten. Diese Kombination aus Leidenschaft und Entschlossenheit nennt sich Grit. Grit basiert auf der Annahme, dass der persönliche Einsatz, den man bringt, sich doppelt so stark auf den Erfolg auswirkt wie Talent. 
Jeder Fitnesstrainer wird bestätigen, wie wichtig ein hoher Einsatz über einen längeren Zeitraum ist. Talent bestimmt letztendlich nur, wie effizient der Einsatz ist, wie schnell man sich also verbessert. Erfolg hingegen entsteht jedoch dann, wenn man sein Können mit entsprechendem Einsatz anwendet. Viele Menschen lassen sich hingegen einfach zu schnell entmutigen.

Grit von innen

Wovon hängt es ab, wie viel Grit jemand an den Tag legt? Die Gene spielen hier sicherlich eine wichtige Rolle. Sie bestimmen darüber, ob es einem leicht- oder schwerfällt, beim Singen einen Ton zu halten oder beim Basketball einen Korb zu werfen. Warum sollten sie also nicht auch beeinflussen, ob es einem leicht- oder schwerfällt, für etwas eine Leidenschaft zu empfinden und diese entschlossen zu verfolgen? Grit wird aber auch durch äussere Einflüsse mitbestimmt. Ältere Menschen verfügen beispielsweise über mehr Grit als jüngere. Im Lauf ihres Lebens haben sie verschiedene Erfahrungen gesammelt, die dazu geführt haben, dass sie ihr Verhalten und Denken entsprechend angepasst haben. Dadurch werden sie reifer und «grittiger». 
Unter «grittigen» Menschen gibt es auch viele gemeinsame Charakterzüge. Sie haben beispielsweise grosses Interesse für etwas. Sie lieben, was sie tun, und sie gehen mit grosser Neugier an ihre Arbeit. Sie wollen immer besser werden. Das setzen «grittige» Menschen mit viel Disziplin und Übung um. Sie sind vom Sinn und Zweck ihres Tuns erfüllt. Diese Zweckbestimmtheit sorgt für eine ordentliche Portion Begeisterung. Sie sind sehr zuversichtlich. und diese Zuversicht gibt «grittigen» Menschen die Kraft, auch Phasen des Misserfolgs durchzustehen.

Bild: Pixabay