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Ein Leben lang dazulernen

Veröffentlicht am 03.03.2023
Der «Piz Terz» zeigt die möglichen individuellen Bildungswege für Personen auf.
Das Bildungssystem der Schweiz ist einzigartig. Einzigartig, weil die verschiedensten Aus- und Weiterbildungen es ermöglichen, die individuellen Neigungen, Fähigkeiten und bisherigen Erfahrungen zu berücksichtigen. 

von Christian Ehrbar, stellvertretender Amtsleiter beim Amt für Höhere Bildung Graubünden

Lebenslanges Lernen, bewusst oder unbewusst, gehört dazu. Auf dem beruflichen Werdegang oder der Karriere öffnen sich Perspektiven und Möglichkeiten, welche neue Herausforderungen mit sich bringen. Der eigene Lebenslauf ist meist ein gutes Beispiel dafür: Jeder Lebenslauf zeigt einen Weg, der unterschiedliche Abzweigungen erfahren hat. Mit jeder Entscheidung sind persönliche Weiterentwicklungen verbunden. In der Bildung werden drei Formen von Lernen unterschieden: Die informelle, formale und non-formale Bildung. 

Verschiedene Arten der Bildung

Informelle Bildung bezieht sich auf lebenslange Lernprozesse, in denen Menschen Werte, Fähigkeiten und Wissen geprägt durch Einflüsse der Umgebung erwerben. Auch aus der täglichen Erfahrung «on the job», in der Familie, bei Freunden, durch die Medien aber auch beim Bezug von Dienstleistungen oder bei der Nutzung von Technologie lernen die Menschen dazu und bilden sich fort.
Bildungsprozesse, welche durch das Schweizerische Bildungssystem von der obligatorischen Schulzeit, über die Sekundarstufe II (z.B. berufliche Grundbildung oder die Mittelschule) und die Tertiärstufe (z.B. Höhere Berufsbildung, Bachelor, Master bis zum Doktorat) geregelt werden, werden zur formalen Bildung gezählt. 
Non-formale Bildung bezieht sich auf jedes Format, welche ausserhalb der formalen Bildungsangebote zur persönlichen und sozialen Bildung, oder zur Verbesserung bestimmter Fähigkeiten und Kompetenzen beiträgt. Diese Lernprozesse und Bildungsangebote sind beispielsweise Konferenzen, Seminare oder Kurse, die nicht zu einem staatlich anerkannten Abschluss führen.
Lebenslanges Lernen verändert sich somit laufend; Karriereüberlegungen stehen in Konkurrenz zu neuen Werten der Gesellschaft – Fokussierung und Spezialisierung spielen mit der Entdeckung ganz neuer Tätigkeitsbereiche – wie auch die Wahl für ein Gymnasium oder eine Lehre keine Frage von Prestige oder eingeschränkter Zukunftschancen ist. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems ermöglicht individuelle Wege zu jedem späteren Zeitpunkt. Das Schweizer Bildungssystem gliedert sich in drei Hauptstufen: die obligatorische Schulzeit, die Sekundarstufe II und die Tertiärstufe. Die Tertiärstufe umfasst die Höhere Berufsbildung und die Hochschulen mit verschiedensten Bildungsangeboten, welche in der ganzen Schweiz belegt werden können. 

Stufen des Schweizer Bildungssystems

Die höhere Berufsbildung ermöglicht Berufsleuten mit abgeschlossener beruflicher Grundbildung eine Spezialisierung und ein Vertiefen des Fachwissens. Diese Lehrgänge unterteilen sich in «eidgenössische Berufsprüfungen», «eidgenössische höhere Fachprüfungen» sowie Abschlüsse an «höheren Fachschulen».
An universitären, technischen, pädagogischen und theologischen Hochschulen sowie an Fachhochschulen werden verschiedene akademische oder praxisorientierte Studiengänge angeboten. Zum Leistungsauftrag von Hochschulen gehören Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen für Dritte. Auf allen genannten Ebenen besteht vielfältiges Angebot an berufsorientierten Weiterbildungen, welche ein lebenslanges Lernen in unterschiedlichster Orientierung und Vertiefung erlauben. 

Bildungswege bleiben individuell

Die Grafik des «Piz Terz» (siehe Bild) zeigt im Lebens- und Bildungsraum Graubünden die möglichen Bildungswege für die persönliche Entwicklung auf. Diese enden jedoch nicht an den Kantonsgrenzen, sondern sind integriert und schaffen weitere Aussichten im schweizerischen und europäischen Bildungssystem. Diese Durchlässigkeit ermöglicht es, im Laufe des Lebens die Schwerpunkte von Ausbildung und beruflicher Tätigkeit, der persönlichen Entwicklung sowie dem Strukturwandel und den damit verbundenen Herausforderungen anzupassen.
Ein gutes Ausbildungsniveau der Bevölkerung ermöglicht es der Schweiz, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Der hohe Lebensstandard und der demografische Wandel setzen voraus, dass sich die Erwerbstätigen konsequent mit den Anforderungen der Weiterbildung auf individueller, betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene auseinandersetzen. 

Amt für Höhere Bildung
Das Amt für Höhere Bildung (AHB) ist eine Dienststelle des Erziehungs-, Kultur-, und Umweltschutzdepartements. Das AHB setzt die bildungspolitischen Aufträge der Regierung und des Departements für die Mittelschulen und die Tertiärstufe um. Die Tertiärstufe umfasst die Hochschulen, die Forschungsinstitute, die Höhere Berufsbildung und die Weiterbildung. 
www.ahb.gr.ch

Bild: zVg